Brauchtum

In der Eifel gibt es verschiedene Bräuche, die bereits seit vielen Jahren weitergegeben und gepflegt werden. Über die Jahre zeichnete sich jedoch ab, dass das Interesse an diesen mehr und mehr nachlässt. Dennoch kann zumindest ein Großteil bis heute aufrechterhalten werden. Dies nicht zuletzt, weil immer wieder alteingesessene Männer und Frauen die Initiative ergreifen und so auch andere Interessierte für das Pflegen der Bräuche und deren Besonderheit für das Dorfleben begeistern können.

  • Am so genannten Weiberdonnerstag ziehen die Frauen bunt verkleidet als „Möhnen“ durch das Dorf. Sie singen, schunkeln und besuchen die Geschäftstreibenden und Gaststätten des Dorfes.
Körpericher Möhnen on Tour Quelle: P.Bratsch

  • Am ersten Sonntag in der Fastenzeit wird die „Hütte verbrannt“. Schon am Morgen fahren Jugendliche und Männer durch das Dorf und laden bei den Einwohnern Brennmaterial auf einen Ladewagen auf. Mit diesem werden dann am Abend, für gewöhnlich pünktlich zum Läuten der Glocken um 19 Uhr, die Feuer auf Erhöhungen rund um die Ortsteile entzün- det. Häufig besteht dieses aus einem gebundenen, aufgerichteten Kreuz. So wird symbolisch der Winter verbrannt. Die „Hüttenjungen“ ziehen von Haus zu Haus und sammeln Eier oder Geld ein. Früher wurden die gesammelten Eier von dem zuletzt vermählten Brautpaar des Dorfes gebacken. Heutzutage bevorzugen die „Hüttenjungen“ einen geselligen Abend in der Dorfkneipe.
Hüttenfeuer in Obersgegen Quelle: D.Nusbaum

  • Am Karfreitag und Ostersamstag ziehen die Kinder mit ihren sogenannten “Klappern“ durch das Dorf. Sie ersetzen so das Läuten der Kirchenglocken, welche umgangssprachlich an Gründonnerstag “nach Rom geflogen“ sind und erinnern so an die Kreuzigung Jesu. Am Ostersamstag sammeln sie als Lohn für das Klappern Ostereier und Süßigkeiten bei den Häusern ein.

  • Am 30.April werden traditionell Maibäume in Körperich selbst, aber auch in den Ortsteilen aufgerichtet. Es folgt in der Regel ein Umtrunk und das Bewachen des Baumes, damit niemand aus den Nachbargemeinden den Baum wieder absägen kann.
Maibaum Quelle: Ch.Berger

  • Im November ziehen die Kinder aus der Gemeinde mit ihren Familien und selbst gebas- telten Laternen, angeführt von „St. Martin“ und dem Musikverein in Gedenken an den Heiligen Martin von der Kirche bis zum Feuerwehrhaus. Dort kann das Martinsfeuer bestaunt werden und die Kinder erhalten eine Martinsbrezel und Schokolade.

Des Weiteren ist das so genannte „Legen eines Baumstammes“ zur Hochzeit Tradition. Zieht ein frisch vermähltes Ehepaar aus der Kirche aus, so erwartet sie draußen ein Baumstamm von der Dorfjugend, den es gemeinsam zu zersägen gilt. Für gewöhnlich ist es so, dass das Brautpaar sich zunächst an dieser Aufgabe versucht, dann aber eine Geldsumme an die Dorfjugend zahlt, um sich „freizukaufen“. Mit diesem Geld zieht die Jugend schließlich zur Gaststätte, um das ein oder andere Bier auf das Brautpaar zu trinken.