Brauchtum

In der Eifel gibt es verschiedene Bräuche, die bereits seit vielen Jahren weitergegeben und gepflegt werden. Über die Jahre zeichnete sich jedoch ab, dass das Interesse an diesen mehr und mehr nachlässt. Dennoch kann zumindest ein Großteil bis heute aufrechterhalten werden. Dies nicht zuletzt, weil immer wieder alteingesessene Männer und Frauen die Initiative ergreifen und so auch andere Interessierte für das Pflegen der Bräuche und deren Besonderheit für das Dorfleben begeistern können.


Sternsinger am Fest der Heiligen Drei Könige

Der Ursprung liegt im Mittelalter. Eine Neubelebung des Brauches begann nach dem 2. Weltkrieg und ging von zwei Missionswerken aus. Kinder und Jugendliche ziehen als die Könige Balthasar, Kaspar und Melchior verkleidet zwischen Neujahr und dem Dreikönigsfest am 6. Januar von Haus zu Haus und sammeln Geld für notleidende Kinder. Sie singen oder sprechen einen Segensgruß und schreiben die neue Jahreszahl an die Haustür: z.B. 20 K + M + B 20. Hinter den Buchstaben können die Anfangsbuchstaben der Könige oder die lateinischen Segensworte Christus mansionem benedicat gesehen werden.


Fastnacht

Am so genannten Weiberdonnerstag ziehen die Frauen bunt verkleidet als „Möhnen“ durch das Dorf. Sie singen, schunkeln und besuchen die Geschäftstreibenden und Gaststätten des Dorfes.

Den auf ihrem Streifzug begegnenden Männer dürfen sie die Krawatte als Trophäe abschneiden und mitnehmen. Die Herren der Schöpfung sind in den meisten Fällen darauf vorbereitet und tragen an Fetten Donnerstag aussortierte Krawatten).

In den Wochen vor Karneval finden Karnevalssitzungen statt. Am Abend der Prinzenproklamation wird das Karnevalsprinzenpaar vorgestellt. (Foto)

Am Fastnachtswochenende ziehen die Karnevalisten mit ihren bunten Themen-Fastnachtswagen durch das Gaytal.


Möhnen

Wir machen uns stark für Brauchtumspflege. Jedes Jahr an Altweiberdonnerstag treffen sich Frauen aus dem Gaytal. Während die Frauen aus Körperich kostümiert als „alte Weiber“ durch die Straßen ziehen, sind die Frauen aus Obersgegen, individuell karnevalistisch geschmückt, ebenfalls unterwegs. Im Sprachgebrauch werden wir Frauen auch Möhnen genannt. An ihren jeweils ausgemachten Treffpunkten starten die beiden Möhnengruppen ihre Züge durch das Gaytal. Die Musikantin der Körpericher Möhnen begleitet diese mit ihrem Akkordeon singend durch die Straßen von Körperich. Beide Gruppen halten Einkehr in verschiedenen Geschäften und Lokalen, von deren Inhabern die lustigen „Weiber“ stets freundlich empfangen werden. Gerne folgen die beiden Gruppen der Einladung des Ortsbürgermeisters zum abschließenden Umtrunk im Dorfgemeinschaftshaus, wo üblicherweise auch das Prinzenpaar der Gronner Gecken anzutreffen ist. Die Fußgruppen der Obersgegener als auch der Körpericher Möhnen nehmen außerdem gerne am Fastnachtsumzug des Karnevalsvereins teil, um sich auch hier traditionell mit Spaß und fröhlicher Karnevalsstimmung zu präsentieren.


Hüttenbrennen

Am ersten Sonntag in der Fastenzeit wird die „Hütte verbrannt“. Schon am Morgen fahren Jugendliche und Männer durch das Dorf und laden bei den Einwohnern Brennmaterial auf einen Ladewagen auf. Mit diesem werden dann am Abend, für gewöhnlich pünktlich zum Läuten der Glocken um 19 Uhr, die Feuer auf Erhöhungen rund um die Ortsteile entzün- det. Häufig besteht dieses aus einem gebundenen, aufgerichteten Kreuz. So wird symbolisch der Winter verbrannt. Die „Hüttenjungen“ ziehen von Haus zu Haus und sammeln Eier oder Geld ein. Früher wurden die gesammelten Eier von dem zuletzt vermählten Brautpaar des Dorfes gebacken. Heutzutage bevorzugen die „Hüttenjungen“ einen geselligen Abend in der Dorfkneipe.


Klappern

An Gründonnerstag erklingen in dem Gottesdienst zum Gloria die Kirchenglocken. Danach schweigen sie bis zur Osternacht. Anstelle der Glocken, die, wie man sagt, nach Rom geflogen sind, wird zum Tagesbeginn, zum Mittag, zum Abend und zu den Gottesdiensten von den Dorfkindern „geklappert.

Am Ostersamstag sammeln sie als Lohn für das Klappern Ostereier und Süßigkeiten bei den Häusern ein.


Maibaum

Am 30.April werden traditionell Maibäume in Körperich selbst, aber auch in den Ortsteilen aufgerichtet. Es folgt in der Regel ein Umtrunk und das Bewachen des Baumes, damit niemand aus den Nachbargemeinden den Baum wieder absägen kann.
Am 30.April werden traditionell Maibäume in Körperich selbst, aber auch in den Ortsteilen aufgerichtet. Es folgt in der Regel ein Umtrunk und das Bewachen des Baumes, damit niemand aus den Nachbargemeinden den Baum wieder absägen kann.


Fronleichnam

Fronleichnam ist ein christliches Fest, an dem der Priester die Monstranz unter dem „Traghimmel“ durch die Straßen trägt. Ihm folgen dabei die für viele Anliegen betenden Gläubigen. Diese werden vom Musikverein und dem Kirchenchor musikalisch begleitet. Früher hatte man in Körperich vier Altäre in alle Himmelsrichtungen errichtet und mit prachtvollen bunten Blumenteppichen geschmückt. Die Straßenränder sind mit kleinen Fahnen bestückt. Früher hatte man dafür frische Birken- oder Buchenzweige genommen. Das Wort Fronleichnam ist abgeleitet von den Wörtern „fron“ (=Herr) und „lichnam“ (=lebendiger Leib).


Sankt Martin

Im November ziehen die Kinder aus der Gemeinde mit ihren Familien und selbst gebastelten Laternen, angeführt von „St. Martin“ und dem Musikverein in Gedenken an den Heiligen Martin von der Kirche bis zum Feuerwehrhaus. Dort kann das Martinsfeuer bestaunt werden und die Kinder erhalten eine Martinsbrezel und Schokolade.


Schießen bei Bekanntwerden einer festen Beziehung

Ein etwas ins Vergessen geratener Brauch ist das sogenannte „Schießen“. In anderen Orten auch „Schleifen“ genannt. Wenn ein junger Mann aus einem anderen Ort ernstere Absichten für

eine feste Beziehung hegt, machen sich die Junggesellen des Dorfes auf den Weg und passen einen günstigen Moment ab, an dem sie den jungen Mann im Elternhaus der Freundin überraschen können. Ihm wird in einem Spruch klar gemacht, dass er die Absicht hat „die schönste Rose“ des Dorfes zu nehmen und muss dann dafür einen bestimmten Geldbetrag den Junggesellen überlassen. Im Gegenzug wird dem jungen Mann ein „Jagdschein“ ausgestellt, der ihn berechtigt mit der Genehmigung der Junggesellen weiterhin um die geliebte Dame zu werben. Tut er das nicht und heiratet später seine Angetraute, wartet auf ihn eine schlimme Peinlichkeit, die „Eselshochzeit“. Ein Brautpaar, als Esel verkleidet, wird symbolisch unter großer Beteiligung von Schaulustigen getraut. Dabei wird der „Scharibarrie“ geschlagen. Auf alte Töpfe wird sehr laut geklopft und gehämmert. Oft so laut, dass man den Lärm von weitem hören kann.


Baumstammsägen bei Hochzeiten

Beim Verlassen der Kirche nach der Trauung wird dem Brautpaar symbolisch von Junggesellen der Weg durch einen Baumstamm versperrt. Der Baumstamm liegt auf einem Holzbock und der Bräutigam muss den Baumstamm durchsägen um den Weg wieder frei zu bekommen. Die Säge ist üblicherweise sehr stumpf, so dass er das Vorhaben sehr schnell aufgibt und sich mit Bezahlen eines Geldbetrages freikauft. Danach ist der Weg für das Brautpaar wieder frei.